PHILOSOPHIE

Miteinander und voneinander lernen

 

Dass Lernen nicht unbedingt nur in der Stille der eigenen Räume oder in einer Universität oder Schule erfolgen muss, ist nur einer der augenfälligsten Vorzüge des Campus Grafenegg. Das einzigartige Ambiente von Schloss, Park und Natur in Grafenegg sowie die bekannte Gastlichkeit in Niederösterreich laden Konzertbesucherinnen und -besucher aus aller Welt, international gefeierte Stars und Mitglieder renommierter Spitzenorchester zum Verweilen ein – mitten in einem lebendigen und für alle Anwesenden in vielen Facetten bereichernden Musikkosmos. Zentral für die Bereiche des Campus ist, miteinander Musik zu schaffen und erlebbar zu machen. Sowohl für Lehrende, Studierende, Musikschülerinnen und Musikschüler als auch für Profimusikerinnen und Profimusiker sowie Komponistinnen und Komponisten wurde hier ein Ort der Begegnung und Fortbildung geschaffen, der darüber hinaus eine unmittelbare Präsentation der Ergebnisse im bestmöglichen Rahmen erlaubt – auf der Open Air-Bühne Wolkenturm und im Konzertsaal
Auditorium. Die bisherigen Studienerfahrungen werden in wertvoller Weise ergänzt: Durch die Partnerschaften mit dem European Union Youth Orchestra (EUYO), der European Chamber Music Academy (ECMA), der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, dem Jugendsinfonieorchester Niederösterreich (JSO) sowie dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich bietet der Campus eine in dieser Form einzigartige Plattform für Musikerinnen und Musiker auf dem Weg zu einer professionellen Karriere.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren zum einen von der Präsenz namhafter Tutorinnen und Tutoren aus der musikalischen Praxis, die sich ihrer individuell annehmen, zum anderen gewinnen sie in hohem Maße durch den gegenseitigen Austausch – das Lernen voneinander. Mitstudierende sollen unmittelbar in den kreativen Prozess eingreifen, wodurch ein intensiver Diskurs über verschiedene Ansätze stattfinden kann. Kollegialität wird zum Kern des Lernens am Campus Grafenegg und unterstützt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Musizieren. Das Knüpfen neuer Kontakte bildet die Grundlage für mögliche dauerhafte künstlerische Partnerschaften, die von hier ihren Ausgang nehmen können. Gleichzeitig besteht ein intensiver Kontakt mit dem Publikum, das sowohl Eindrücke aus der «Werkstatt» bekommt als auch in den Konzerten zum verständigen Vis-à-vis wird.

Hintergründe und Zusammenhänge der ausgewählten Werke erschließen sich durch die angebotenen Veranstaltungen ebenso wie im Austausch untereinander, mit den Tutorinnen und Tutoren sowie den Dirigentinnen und Dirigenten. Darüber hinaus gibt der Campus mit den regelmäßigen Auftritten des EUYO, das Residenzorchester in Grafenegg ist und hier sein Summer Home hat, und des Jugendsinfonieorchesters Niederösterreich Einblicke in die Arbeitsweise eines aus gesamteuropäischen und eines aus regionalen Nachwuchsmusikerinnen und -musikern gebildeten Orchesters.

Ein weiterer Fixpunkt des Campus ist das europaweit vernetzte Kammermusikprogramm von Musikuniversitäten und Festivals, die ECMA. Dafür werden Ensembles, die am Anfang ihres internationalen Weges stehen, nach Grafenegg eingeladen, wo sie in Meisterklassen mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen arbeiten können und in sogenannten Music Labs mit thematischen Hintergründen vertraut werden. Generell ist der Ansatz des Campus Grafenegg, ein ergänzendes Angebot für junge (Profi-)musikerinnen und –musiker zu schaffen, Aspekte zu berücksichtigen, die im regulären Hochschulbetrieb oft zu kurz kommen und ein interdisziplinäres Programm zu schaffen, das über das perfekte Spiel hinausgeht, zum Beispiel «Wie begegne ich Auftrittsängsten?», «Wie präsentiere ich mein Ensemble?» oder «Welche Informationen sollte ich zum ausgewählten Repertoire haben?».

Eine der Säulen des Campus Grafenegg ist in diesem Zusammenhang das 2018 ins Leben gerufene Grafenegg Academy Orchestra, das sich aus am Beginn ihrer professionellen
Karriere stehenden hochbegabten Musikerinnen und Musikern zusammensetzt. Sie erhalten die Möglichkeit, den Arbeitsprozess und den Betrieb in einem symphonischen Orchester kennenzulernen, und zusätzlich zu ihrem technischen Können wichtige Werkzeuge für ihre musikalische Zukunft.

2019 steht der Campus unter dem Motto «Klangkosmos und Bildwelten». Dadurch entstehen interdisziplinäre Verbindungen, und es bietet sich eine weitere Inspirationsquelle für die musikalische Arbeit. Auch das diesjährige Symposium des Campus widmet sich dem Jahresthema und richtet sich an Lehrende von Musikschulen und Kreativ-Akademien, an Studierende und Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verschiedenen Campus-Klangkörper. 

Dass neben allem reproduzierenden musikalischen Arbeiten in Grafenegg schließlich auch neueste schöpferische Prozesse im Rampenlicht stehen, ist mit dem Composer Conductor-Workshop INK STILL WET garantiert, der 2019 vom Composer in Residence des Grafenegg Festivals Peter Ruzicka betreut wird. Komponistinnen und Komponisten aus Europa und Übersee sind eingeladen, sich mit Stücken zu bewerben, die vor Ort erarbeitet, selbst dirigiert und im Konzert einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

 

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