Schlosspark

Charakteristik des historischen Landschaftsgartens.

 

Der Schlosspark

Der 32 Hektar große Landschaftspark bietet Historisches, Botanisches und ganz Modernes in einem beeindruckenden Ensemble. So erschließen sich 300 Jahre Parkgeschichte, seltene Pflanzen aus aller Welt, alte Baumsolitäre und zeitgenössische Kunstwerke. Der Schlosspark lädt nicht nur tagtäglich zum Verweilen ein, sondern bietet auch einen wundervollen Rahmen für Feste im Grünen. Ein Picknick im Schlosspark, ein Empfang auf der großen Schlosswiese oder eine Einladung im Gartenpavillon: Hier findet jeder seinen Lieblingsplatz!

Neben der Parkrevitalisierung veränderte vor allem das 2007 gegründete Grafenegg Festival das Gesicht der Anlage: Der Konzertsaal Auditorium und die Open Air-Bühne Wolkenturm setzen architektonische Blickpunkte im Park.

Auch eine neue Tradition wurde ins Leben gerufen: Seit 2007 pflanzt jeder Composer in Residence des Grafenegg Festivals einen Baum im Schlosspark:

2007 • Krzysztof Penderecki  Rotlaubiger Trompetenbaum Catalpa erubescens Purpurea
2008  Heinz Holliger  Blauglockenbaum Paulownia tomentosa
2009  Tan Dun • Taschentuchbaum Davidia involucrata
2010  Cristóbal Halffter  Edelkastanie Castanea sativa
2011  HK Gruber  Gingko Ginkgo biloba
2012 • James MacMillan  Schottische Föhre Pinus silvestris
2013  Brett Dean  Schmalblättrige Esche Fraxinus angustifolia «Raywood»
2014  Jörg Widmann  Winterlinde Erecta Tilia cordata Erecta
2015  Matthias Pintscher  Trauerweide Salix alba tristis
2016 • Christian Jost • Papier-Birke Betula papyrifera
2017 • Brad Lubman • Trauerweide Salix Babylonica tristis
2018 • Ryan Wigglesworth • Stieleiche Quercus robur
2019 • Peter Ruzicka • Purpurkastanie Aesculus rubicunda
2020 • Konstantía Gourzí  • Nussbaum Juglans regia
2021 • Toshio Hosokawa  • Tokio-Kirsche Prunus yedoensis
2022 • Georg Friedrich Haas  • Kornelkirsche Cornus mas

Ewald Baringer blickt in kurzen Skizzen auf die Tradition der Komponistenbäume zurück.

 

Grafenegg Podcast | «VON WOLKEN & TÜRMEN» | Der Schlosspark als Museum

Ein Kunstspaziergang durch Grafenegg

Kann ein Park ein Museum sein? Der Schlosspark Grafenegg beweist: Ja, das ist durchaus möglich! Immerhin sind am gesamten Areal zeitgenössische Kunstwerke zu finden – große und kleine, filigrane und wuchtige. Doch warum eigentlich? Und was wollen uns die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken sagen? Die Antworten liefert in dieser Podcastfolge Katrina Petter, Leiterin von Kunst im öffentlichen Raum der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich.

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Die Route des Spaziergangs finden Sie hier zum Download.

 

Geschichte

300 Jahre Parkgeschichte – vom Barocken Garten zum Arboretum.

Der erste Garten in Grafenegg war ein streng geometrischer barocker Sterngarten westlich des Schlosses, der wohl ab der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand, zusammen mit einer prächtigen Allee aus Linden, die vom Sterngarten nach Osten verläuft. Große Teile des restlichen Parks bestanden damals noch aus Feldern und Weinbergen. Das Ideal einer solchen barocken Pflanzung, die wir in allen damaligen Gärten finden, war die Umsetzung der Idee des Absolutismus – wohlgeordnet, streng symmetrisch, künstlich – eingebunden in das hierarchische System von Denk- und Herrschaftskategorien. Gerne waren solche Gärten um einen Mittelpunkt angeordnet, der natürlich für den absolutistischen Herrscher stand.

Der große und entscheidende Einschnitt in den Schlosspark Grafenegg, der sein Aussehen nachhaltig prägte, war die Erneuerung des Schlosses im historisierenden Stil Mitte des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig begann die Umwandlung des Schlossparks in ein Arboretum: Eine Sammlung von Bäumen aus aller Welt, die sowohl den Geist der Kolonialzeit widerspiegeln, als auch – durch die natürlich wirkende Gestaltung – ihre Wurzeln im englischen Landschaftsgarten erkennen lässt. So konnte man damals – einer Liste aus dem Jahre 1910 zufolge – allein 193 verschiedene Nadelgehölze auf den nunmehr spielerisch geschwungenen Wegen besuchen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs und noch weit über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus, verwilderte der Park zusehends. Erst in jüngerer Geschichte setzten Pflegemaßnahmen ein, die 2008 in einem Revitalisierungsprojekt ihren Höhepunkt fanden. Bei Spaziergängen durch den Park heute werden 300 Jahre Parkgeschichte sicht- und spürbar!

 

Gartenpavillon

 

Für geraume Zeit glich der Gartenpavillon zwischen Schloss Grafenegg und dem Mühlkamp eher einer verwunschenen Ruine und ließ wenig ahnen von den Theaterabenden und Feiern, die hier einst stattfanden. Das ehemalige Theaterhaus im Park, ein rechteckiger, eingeschossiger, spätbarocker Bau mit Mansardenwalmdach stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und faszinierte mit einer reich stukkatierten Fassade und Wandmalereien im Innenraum, ehe es im Laufe der Jahrzehnte immer mehr verfiel.

Im Rahmen der Revitalisierung des Schlossparks wurde der Gartenpavillon komplett renoviert und erstrahlt nun in neuem Glanz. Er kann für Veranstaltungen aller Art genutzt werden: Private Feiern, Firmenempfänge oder Vorträge finden im Gartenpavillon ein feierlich-romantisches Ambiente. Seit einiger Zeit sind hier auch standesamtliche Trauungen möglich.

 

Kunst im Park

 

Eine unerreichbare Telefonzelle auf einer Lichtung, Kleiderständer, die zwischen Bäumen aus dem Boden wachsen und ein Memento Mori mit Reh in einer Buchsbaumhecke – ein Spaziergang durch den Schlosspark in Grafenegg irritiert durch künstlerische Interventionen. Die Kunst im Park als Vexierspiel zwischen Natürlichkeit und menschlicher Inszenierung. Staunen, zweifeln, ahnen. Nichts ist, wie es scheint, und doch scheint alles an seinem Platz. Zwischen Baumriesen, märchenhaften Pfaden, vor einem Teich und auf weiten Wiesen, versteckt oder bewusst provozierend: Überall lauert die Lust an der Befragung der eigenen Wahrnehmung. Die Kunst verwandelt den Park zu einer Galerie mit natürlich-künstlichen Überraschungen.

Die Sammlung an Kunstinstallationen wird regelmäßig erweitert oder verändert.

Aktuelle Kunstwerke

Flaka Haliti Manufactured for the purpose of fainting (after screaming), 2020

Manfred Pernice «Tür und Tor», 2010

Little Warsaw Balance Capsule, 2008

Bethan Huws «Perroquets» Porte-manteaux (3-teilig), 2008

Werner Feiersinger Ohne Titel, 2008

Catrin Bolt, Videoprojektion, 2008 (Während der Öffnungszeiten im Seitenfoyer Auditorium zu sehen)

Mark Dion Buchsdom Tower, 2007

 

Temporäre Kunstwerke

Marjetica Potrc Drinking Water, (temporär, 2009)

Maider López Mountain, 2013

Simon Faithfull «Earth-Spin no.1: Grafenegg», (temporär, 2017)

Elisabeth Penker «Composition With One Twisted Tone», (temporär, 2017)

Franz Kapfer «Mein Drama findet nicht mehr statt, # Akt 1–3», 3 Installationen, (temporär, 2017)

 

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