Toshio Hosokawa

Composer in Residence 2021

Toshio Hosokawa ist Composer in Residence des Grafenegg Festival 2021. Als Komponist, Lehrender und Dirigent prägt er das Festival. Er wird eine Fanfare für die Eröffnung des Grafenegg Festival 2021 sowie ein Violinkonzert schreiben, das am 20. August seine österreichische Erstaufführung erleben wird. Solistin des Auftragswerks des Grafenegg Festival, des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, der Hong Kong Sinfonietta, des NHK Symphony Orchestra Tokyo, des Hiroshima Symphony Orchestra und des Prager Rundfunk-Sinfonieorchesters ist die deutsche Geigenvirtuosin Veronika Eberle. Als Lehrender wird Toshio Hosokawa von 13. bis 20. August 2021 den Composer-Conductor-Workshop INK STILL WET leiten.

Mit der Natur eins zu werden und das Ich mit der Natur zu verschmelzen: Mit seinem Kunstideal steht Toshio Hosokawa in einer langen japanischen Tradition der Verbundenheit von Natur und Mensch. Als perfekten Ort für seine Musik sieht er einen Platz im Wald, wo Vogelgesang und Windgeräusche unversehens Teil der Aufführung werden können. Es ist aber nicht die Idylle, die im Zentrum von Hosokawas Beschäftigung mit der Natur steht. Vielmehr interessiert ihn das ambivalente Verhältnis des Menschen mit der Natur, das in seinem Heimatland von der Erfahrung mit Katastrophen geprägt ist. Am stärksten hat sich der Komponist mehrerer Bühnenwerke mit dem Thema in seinem Stück «Erdbeben. Träume» beschäftigt, das 2018 am Opernhaus Stuttgart uraufgeführt wurde. Zwei Jahre zuvor zeigte die Hamburger Staatsoper seine Auseinandersetzung mit der Fukushima-Katastrophe «Stilles Meer». Das zweite große Spannungsfeld in Hosokawas musikalischem Schaffen liegt zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. Prägend waren für den 1955 in Hiroshima geborenen Komponisten seine Studienjahre in Berlin, wo er einerseits mit den europäischen Strömungen der zeitgenössischen Musik in Berührung kam, andererseits Mut schöpfte, sich aus der Ferne intensiv mit seiner japanischen Identität auseinanderzusetzen. Spätestens ab dem Erfolg seines 2001 uraufgeführten Oratoriums «Voiceless Voice in Hiroshima» wird seine behutsame Klangsprache an der Schnittstelle von Ost und West international geschätzt. Orchester wie die Berliner und Wiener Philharmoniker haben seine Werke genauso aus der Taufe gehoben wie die wichtigsten Klangkörper Asiens. Für Rudolf Buchbinders «The Diabelli Project» steuerte Hosokawa im Beethoven-Jahr die Variation «Verlust» bei.

Als Composer in Residence des Grafenegg Festivals folgt Toshio Hosokawa auf Konstantía Gourzí, Peter Ruzicka, Ryan Wigglesworth, Brad Lubman, Christian Jost, Matthias Pintscher, Jörg Widmann, Krzysztof Penderecki, Heinz Holliger, Tan Dun, Cristóbal Halffter, HK Gruber, James MacMillan und Brett Dean.

Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden